| The Red Branch - Deirdre |
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| Geschrieben von Bodvos | ||||
| Dienstag, 6. Februar 2007 | ||||
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Lauscht dem Barden
Die Geschichte von Deirdre Lauscht dem Barden, lauscht, wie es war, als Siobha ein Mädchen gebar. Es war in einer Vollmondnacht, dass sie es zur Welt gebracht. In seinen Armen hielt Feidhlim das Kind, spürte, was Stolz und Vaterfreude sind. Sie war so hübsch, sie war so klein, Deirdre soll ihr Name sein. Lauscht dem Barden, lauscht, was geschehen, als die Druiden das Mädchen gesehen. Der stolze Vater war zu ihnen geeilt, damit man ihm ihr Schicksal mitteilt. Die Druiden befragten die Sterne. Was sie dort sahen, sahen sie nicht gerne. Ihr Blick war voll Traurigkeit, Deirdre ist ein Name voll Leid. Lauscht dem Barden, lauscht, was sie sagten, was die Druiden kaum zu sagen wagten. Ihr dunkler Blick ruhte auf dem Kinde lang. „Sagt, was seht ihr?“ fragte Feidhlim bang. Dass sie wunderschön werde, bekam er zu hören, doch sie werde auch vieles zerstören. Das Leben tapferer Männer sei bedroht, Deirdre bringt allen den Tod. Lauscht dem Barden, lauscht, wie es gekommen, als die Ritter die Prophezeiung vernommen. Sie sahen sich durch das Mädchen verflucht, Verzweifelt wurde nach einem Ausweg gesucht. Dem Schicksal wollten sie entkommen, das kleine Kind betrachteten sie beklommen. Sie fühlten sich selbst in tiefsten Nöten. Deirdre muss man töten. Lauscht dem Barden, lauscht, wie sie gingen, König Conchobar die Nachricht zu bringen. Die Prophezeiung der Druiden war klar, dieses Mädchen brachte größte Gefahr. Klar war auch die Forderung der Ritter: Man lasse sie töten, sei es auch bitter. Es musste eine andere Lösung geben, Deirdre soll leben. Lauscht dem Barden, lauscht, wie dann König Conchobar eine Rettung ersann. Das Mädchen hatte ihm zu sehr gefallen, aufwachsen sollte sie fern von allen. Wenn sie dann zur Frau gereift, würde er selbst sorgen, dass nicht greift das trübe Los, das die Druiden geschaut. Deirdre wird des Königs Braut. Lauscht dem Barden, lauscht, wie es kam, dass im Walde sie aufwuchs bei Leabharcham. Der König hatte sie gefunden, damit sie hüte das Mädchen und es lehre mit Weisheit und Güte. Wie dem Vater verkündet hatten die Druiden, war ihr die größte Schönheit beschieden. Jedermann musste sie sofort gefallen, Deirdre ist die Schönste von allen. Lauscht dem Barden, lauscht, wie die Macht des Schicksals trieb Deirdre fort in der Nacht. Nie hätte sie gegen ihre Hüterin gehandelt. Doch als sie des Nächtens schlafgewandelt, geschah in ihr, was nicht gestattet. Am Morgen erwachte sie gar sehr ermattet, konnt’ ihren Traum noch kaum verstehen. Deirdre hat ihren Mann gesehen. Lauscht dem Barden, lauscht, wer es war, dieser Mann mit rabenschwarzem Haar, dieser Mann mit schneeweißer Haut, vor dessen Mut es jedem Gegner gegraut. Leabharcham ist er wohl bekannt, Naoise, Sohn Uineachs, wird er genannt. Gefährlich ist der Träume Spiel, Deirdres Sehnsucht kennt ihr Ziel. Lauscht dem Barden, lauscht, was geschah, als der edle Mann endlich Deirdre sah. Auch ihn fesselt’ sogleich der Liebe Band, Naoise bat Deirdre um ihre Hand. Leabharcham erinnert’ sie an des Königs Begehren, der Macht der Liebe konnte sie sich nicht erwehren. Bangend ließ Leabharcham die beiden ziehen, Deirdre muss fliehen. Lauscht dem Barden, lauscht, wie lange Zeit sie flohen durch Irland, wo keiner bereit, zu verstoßen gegen des Königs Willen. Ihre Sehnsucht nach Bleibe konnt’ niemand stillen, bis sie vor der Küste der schottischen Landen eine kleine verborgene Insel fanden, wo sie fünf glückliche Jahre blieben. Deirdre darf lieben. Lauscht dem Barden, lauscht, wie nach Jahren ein Bote des Königs kam übers Meer gefahren. Sie könnten unbesorgt wieder kehren zurück. Deirdre misstraute dem verheißenen Glück, doch Naoise bereitete sogleich die Rückreise vor, verschloss vor ihren Zweifeln sein Ohr. Bald fuhren sie aufs Meer hinaus, Deirdre kommt nach Haus. Lauscht dem Barden, lauscht, wie es ihnen ergangen, als sie wurden auf heimischem Boden empfangen. Der König hatte ihnen kein Willkommen bereitet, zur Festung der Ritter wurden sie geleitet. Deirdre ahnte längst, dass sie ins Unheil gingen, dass sie in den Klauen des Schicksals hingen. „Naoise, wir gehen ins Verderben!“ Deirdre wird sterben. Lauscht dem Barden, lauscht seiner Klage, von einem heftigen Kampf erzählt nun die Sage. Naoise und seine Brüder kämpften heldenhaft, Die Überzahl der Gegner erschöpft’ ihre Kraft. „Wer tötet nun die beiden Verräter?“ Unter den Rittern fand sich kein Täter. Naoise zählte selbst zu der Roten Hand Ritter. Deirdres Schicksal ist bitter. Lauscht dem Barden, lauscht nun dem Ende, mancher hoffte noch immer auf eine Wende. Doch ein fremder Ritter erschien sogleich, tötete Naoise und seine Brüder auf einen Streich. Deirdre warf sich wehklagend über den Toten, der Kummer zerriss ihren Lebensknoten. Sie starb mit gebrochenem Herzen, Deirdre ist ein Name voll Schmerzen. Lauscht dem Barden, lauscht dem Gang der Geschichte Ulsters, wo noch lang Tod und Kampf überzogen das Land. Für Maeve kämpfte Feidhlim wutentbrannt. Seine Tochter zu rächen führte er Krieg, gab es auch für sein Gemüt niemals den Sieg. Viele tapferen Männer fanden den Tod, Deirdre bringt Elend und Not.
2007 by Sarah Undine
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