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Über den Tod PDF Print
Written by McClaudia   
Freitag, 04 Januar 2008
Article Index
Über den Tod
Tod der Königin
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Grabschliessung
Totenbrauchtum
Grabbeigaben
Bestattungsarten
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Tod in der Neuzeit
Sonderbestattungen
Das Sterben
Die Seele
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Wiedergeburt
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Neuheidnische Sicht
Quellenangaben

Das Begräbnis einer eisenzeitlichen Fürstin

„MARUA BOUA RIGANI ANSON!“, drang es laut aus der großen königlichen Met-Halle, „Unsere Königin ist tot!“ Alle, die es in der 2000 Einwohner/innen fassenden Stadt Dubnoduron hörten, stöhnten auf und erzählten es sofort weiter. Plötzlich rannten die Menschen geschäftig durch die Straßen, um nur ja allen die traurige Botschaft zu überbringen.

Sapsuta, die Königin des kleinen Reiches, die nach dem Tod ihres Gatten noch 18 Jahre lang das Szepter führte, war nun im hohen Alter von 67 Jahren an einer dämonischen Krankheit, die den Körper innerlich auffrisst und irgendwann einmal als „Krebs“ bekannt sein wird, gestorben. Bis zuletzt hielt sie die Regierungsgeschäfte in der Hand. Ihr diplomatisches Geschick und ihre Weltoffenheit, vor allem gegenüber weitgereisten Händlern, brachte der kleinen Stadt Wohlstand. Wohlstand, an dem sogar die Klienten, die Leibeigenen der Adelsfamilien, teil hatten. Sapsuta hatte mit dieser Politik nicht nur den Frieden im Reich gesichert sondern sich auch eine Menge Freunde gemacht. Ihr Tod war ein Schlag ins Gesicht ihrer Untertanen.

Die Druiden, die der Fürstin in den Stunden des Todes beigestanden hatten, fingen sofort mit ihren Zeremonien an, um die Seele, die noch ruhelos war, zufrieden zu stellen. Unruhige Seelen, Wiedergänger, konnten den Lebenden schaden und sie sogar in den Wahnsinn treiben. Die Priesterinnen nahmen die Instrumente mit den Klapperblechen zur Hand und rasselten, um böse Geister fern zu halten. Sie stimmten lautstark die Totenklage an, die drei Tage lang nicht verstummen sollte. Am lautesten aber jammerte Devogena, die persönliche Dienerin und Wagenlenkerin der Fürstin. Sie liebte ihre Herrin abgöttisch, was zum großen Teil von der Fürstin erwidert wurde. Devogena beschloss jedenfalls, ihrer geliebten Rigani in die Anderswelt zu folgen, sobald die eigentliche Beerdigung stattfinden würde.

Der 30-jährige Enkel der Fürstin, Latumaros, schickte mehrere Ambaxtoi, Gesandte, in alle Himmelsrichtungen, damit sie die Botschaft vom Tod seiner Großmutter im ganzen Reich verbreiteten. Alle Untertanen wurden zu den Leichenfeiern eingeladen. Einige 1000 Menschen wurden erwartet. Latumaros’ Vater und Onkel waren bereits verstorben. Da sich die Elite nicht entscheiden konnte, wer der nächste in der Thronfolge sein sollte, ließen die Druiden mittels Traumvision die Gottheiten ein Urteil fällen, welches auf Latumaros fiel. Dieser war deshalb über den Tod seiner Großmutter gar nicht so unglücklich.

In den ersten zwei Tagen, während die Druiden ihre Zeremonien um den Leichnam veranstalteten, wurde zu Ehren der Toten gefastet. Nicht einmal die Tiere bekamen Futter. Sofort begannen Handwerker und Arbeiterinnen damit, die Prozessionsstraße, die vom westlichen Tor der Stadt zwei Kilometer zur Nekropole führte, mit Blumengirlanden zu schmücken, Zelte für die zahlreichen Trauergäste aufzustellen und Latrinen auszuheben.

Nach und nach wurde unter der Aufsicht der Vates, der Opferpriester, ein Drittel des Viehbestandes, den die Königin hinterlassen hatte, den Unterweltsgottheiten Nantosuelta und Sucellos geopfert. Nachdem die Vates beim ersten geopferten Stier die Eingeweide untersucht hatten und für gut befunden hatten, gaben sie das Einverständnis für die Schlachtung. Ungefähr 500 Rinder und 1000 Schweine sollten während der Trauerfeier für den Verzehr getötet werden. Von der Stadt über die Prozessionsstraße bis zur Nekropole wurden Kochstellen errichtet. Es mussten ja eine Menge Gäste versorgt werden. Unmengen an Korn und Hülsenfrüchte holte man aus den Speichern und das frische eben reif gewordene Obst und Gemüse wurde nahezu aufgebraucht. Die Bierbrauer machten sich ans Werk und brauten frisches Bier, so viel sie konnten. Warmes Bier diente als kultisches Getränk zu den Totenfeiern. Niemand sollte sagen, die Königin sei im Tode plötzlich geizig geworden. Kein Barde sollte einen Grund bekommen, eine Satire über Dubnoduron zu verfassen.

 


 
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