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Über den Tod PDF Print
Written by McClaudia   
Freitag, 04 Januar 2008
Article Index
Über den Tod
Tod der Königin
Vorbereitungen
Der Grabhügel
Das Totenfest
Grabschliessung
Totenbrauchtum
Grabbeigaben
Bestattungsarten
Antike Schriften
Tod in der Neuzeit
Sonderbestattungen
Das Sterben
Die Seele
Leben nach dem Tod
Wiedergeburt
Die Anderswelt
Neuheidnische Sicht
Quellenangaben

Damit kämen wir zu einigen kurzen Einblicken ins neuzeitliche inselkeltische Totenbrauchtum, das ich auch als Inspiration für Sapsutas Geschichte verwendet habe:

In Irland wurde bei der aufgebahrten Leiche Totenwache oder Nachtwache gehalten, welche etwa zwei Tage dauerte. Die Leiche durfte keine Sekunde unbeobachtet bleiben. Am zweiten Tag waren alle Trauergäste anwesend. Da man sich des Weiterlebens in einer glücklicheren Welt offenbar sicher war, war diese Totenwache grundsätzlich eine fröhliche Angelegenheit mit reichhaltigen Speisen, Alkohol, Tabak, Tänzen, Geschichtenerzählen, Liedern und Gesellschaftsspielen. Währenddessen fand die Totenklage statt, die von der Göttin Brigit im Mythos der 2. Schlacht von Mag Tuired erfunden wurde und auf Irisch gubae oder caíned, auf Anglo-Irisch keen genannt wird, von professionellen Kläger/innen vorgetragen wurde und die nicht länger als zwei Stunden dauern durfte, da sonst die Höllenhunde geweckt würden. Die Kirche betrachtete die Totenklage jedenfalls mit Missfallen. Neben oft grotesken Ausdrücken der Trauer (z.B. Emer, die Witwe von Cú Chulainn, drückte im Mythos dessen Kopf an ihre Brust und trank von seinem Blut) wurde auch manchmal gefastet, was auch auf das Vieh übertragen wurde, das nicht gefüttert wurde. Beim Begräbnis dann, wenn ein cairn errichtet wurde, legten alle Gäste je einen Stein dazu. Manchmal wurde auch der gesamte Viehbestand eines Verstorbenen geschlachtet. Eine Zeitlang nach dem Tod wurden dann noch Speisen für die oder den Verstorbenen vor die Türe gestellt.

In Schottland gab man, offenbar aus der Antike beeinflusst, den Toten den Charonspfennig mit, des Weiteren einen Hammer zum Zerschlagen des Unterwelttores, eine Waage (für die Seele?) und eine Kerze zum Erhellen des Weges in die Andere Welt. Weiters wurden auf die Leiche Eisennägel gelegt, um die Seele ruhig zu halten (Eisen ist im inselkeltischen Brauchtum ein Banninstrument gegen die Sídhe, die Feen).

Und in Wales schließlich war es Brauch, über dem Sarg Brot und Käse an vorbeikommende Bettler/innen zu verteilen und warmes Bier zu trinken.

Bei all dem Pomp und der Ehrfurcht, die bei den antiken Kelten den Toten entgegengebracht wurde, könnte man annehmen, dass potentielle Grabräuber/innen alleine schon aus Angst vor eventueller Bestrafung (Caesar schreibt im „Gallischen Krieg“ (6,17,5), dass Entweihung von Heiligem oder gar Raub von Weihegaben bei den Galliern mit härtester Folter und Tod bestraft wurde) ihre Langfinger von reichen Gräbern ließen. Die Archäologie beweist aber das Gegenteil. Immer wieder werden offensichtlich reiche Gräber entdeckt, die bereits in der Antike geplündert wurden. Als Beispiele mögen hier das zentrale Grab von Mitterkirchen und ein Grab vom Glauberg dienen – beide bereits vor über 2000 Jahren geplündert.



 
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