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Über den Tod PDF Print
Written by McClaudia   
Freitag, 04 Januar 2008
Article Index
Über den Tod
Tod der Königin
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Totenbrauchtum
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Bestattungsarten
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Quellenangaben

Das Sterben und der Tod

Über eine spezielle keltische Sitte beim Sterben ist mir nichts bekannt, außer Birkhans Hinweis auf den irischen Brauch, einen todkranken Menschen aus dem Bett zu heben und auf die strohbedeckte Erde zu legen, um ihm so das Sterben zu erleichtern. Eine Art indirekte „Sterbehilfe“, wenn man so will, wobei die Erde (die ja als Grab die letzte Ruhestätte ist) offenbar den Tod beschleunigen sollte.

Auch eine Vorstellung von einem personifizierten Tod bei den Kelten, wenn man jetzt spezielle Totengottheiten außer Acht lässt, weiß ich nichts. De Vries (1961) meint aber, dass die in der La Tène-Kunst häufig auftretenden Menschen verschlingenden Monster, die auch mit Menschenköpfen posieren (wie z.B. der „Tarasque de Noves“ in Avignon oder das Monster auf der Schnabelkanne vom Dürrnberg) den Tod darstellen. Der Tod 8ungeheuerwäre also ein schreckliches Ereignis, das den Menschen – bzw. dessen Körper – vollständig verschlingt. Gegen diese Annahme spräche aber die von antiken Autoren immer wieder postulierte Gleichgültigkeit, mit der die Kelten sogar in der Schlacht dem Tod ins Auge sahen. Allerdings könnte man den Gedanken weiterspinnen, und die Monster sind in Wirklichkeit Todesgottheiten, die die Toten auch wieder gebären, und die schreckliche Gestalt lediglich eine Maske, die die Todesfurcht symbolisiert. Das würde auch einigen inselkeltischen Mythen entsprechen, wo Menschenseelen, die in Form von Würmern, Körnern oder ähnlichem von Andersweltfrauen verschluckt werden, wiedergeboren werden (s.u.). Die Andere Welt wäre dann der „Verdauungstrakt“ im spirituellen Körper einer Anderswelt-Gottheit.

 

Der Tarasque de Noves aus Avignon, 2. Jhdt.v.Chr.



 
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