| Über den Tod |
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| Written by McClaudia | |
| Freitag, 04 Januar 2008 | |
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Die Seele Dass die Kelten an ein Weiterleben nach dem Tode glaubten, ist wohl eindeutig. Wie stellten sich die Kelten aber die Seele vor? Strabon - „Sie [die Druiden] halten, und damit sind sie nicht die Einzigen, die Seele und die Welt für ewig; einst aber werde Feuer und Wasser sie zerstören.“ (Geographia IV, 4) - und andere antike Autoren sind nicht gerade hilfreich. Dass die Seele unsterblich ist, wenn man an ein Weiterleben nach dem Tode glaubt, scheint irgendwie logisch, und Strabon sagt auch ganz richtig, dass die Kelten mit diesem Glauben nicht alleine sind. Annähernd jede Religion – damals wie heute – glaubt an geistige Anteile, die nach des Menschen Tode in irgendeiner Form weiterleben, also in gewisser Weise „unendlich“ sind – im Gegensatz zum eindeutig endlichen Körper. Alleine das Weltenende, so berichtet Strabon, macht auch der Seele den Garaus. Seele heißt auf Altirisch A(I)NIM(M), auf Kymrisch ENAID und auf Mittelbretonisch ENEFF. Laut Birkhan (1997) leitet es sich aus dem Urkeltischen *ANA-MON- ab, das wiederum im Indogermanischen *AN- „hauchen, atmen“ wurzelt und mit dem Lateinischen ANIMA zu vergleichen ist. Die Seele im Keltischen könnte also den Lebensodem selbst bedeuten, von der Substanz her sich wie Atem oder ein Hauch darstellen. Im irischen Ossian-Mythos wird von Seelen berichtet, die spukend um die Moore schleichen und Nebelgestalt annehmen, wenn Dichter sie besingen. Die Gestalt als Nebel ähnelt hier sehr der „Gestalt“ als Hauch oder Atem. Im irischen Volksglauben ist die Seele so winzig, dass zwei Seelen auf der Seite eines Blattes sitzen können. Sie schlüpft beim Fötus durch die Knochennähte des Schädels in den Körper und geht beim Tod durch eben jene wieder hinaus. Dies lässt mich stark an den ausgeprägten Kopfkult der Kelten denken (und sogar an einen Kult um das menschliche Gehirn, das in irischen Sagen toten Gegnern entnommen wurde und mit Kalk vermischt und zu Kugeln geformt als Trophäe gedient hatte). Nicht nur, dass abgeschlagene Köpfe vielleicht als Gefängnis der Persönlichkeit oder Seele gedient haben könnten (und dem siegreichen Krieger so Macht über die „Energie“ des erschlagenen Feindes gebracht hätten), sondern dass vielleicht auch beim lebenden Menschen der Kopf als Sitz der Seele gegolten haben könnte. Die aufwändigen und lebensnahen Grabbeigaben der antiken Keltike könnten auch zu der Annahme führen, dass die oder der Tote zumindest anfänglich noch als „lebender Leichnam“, wie De Vries es ausdrückt, weiterlebt und die selben Wünsche und Bedürfnisse hegt wie ein lebender Mensch, also nicht nur eine kleine körperlose Seele ist, sondern ein Mensch in feinstofflicher Form. Zuletzt gibt es noch die Theorie von der Seele in Vogelgestalt. Birkhan weist öfters darauf hin und ich selbst habe in der Geschichte um die Reise des Mael Dúin einen Anhaltspunkt hierzu gefunden: Mael Dúin kommt auf eine paradiesische Insel, auf der sich viele Vögel befinden. Der Bewohner der Insel, ein Einsiedler, sagt dem Reisenden, dass die Vögel die Seelen seiner Nachkommen aus Irland seien und mit ihm zusammen auf der Insel in Frieden lebten. Die unzähligen Darstellungen verschiedener Vögel in der Hallstatt- und La Tène-Kunst könnten auch als Seelenvögel oder Ahnenvögel gedeutet werden.
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