| Über den Tod |
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| Written by McClaudia | |
| Freitag, 04 Januar 2008 | |
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Fazit
und neuheidnischer Ausblick
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass, wie bei den meisten archaischen Gesellschaften auch, der Tod bzw. der Umgang mit den Toten voll von Tabus, Ängsten, Hoffnungen und darauf basierenden Ritualen war. Wenn Caesar sagt, dass Begräbnisse aufwendiger gestaltet waren als der Rest des gallischen Lebens, so kann man das getrost glauben. Ähnliches las ich vor Kurzem in einer ethnologischen Beschreibung über Zaubereiglauben in Westafrika (David Signer, „Die Ökonomie der Hexerei“): Für die todkranke Mutter ist kein Geld da. Wenn diese aber stirbt, stürzt sich die Familie in Unkosten, um ein korrektes traditionelles Begräbnis finanzieren zu können. Obwohl also kein Karma, keine Hölle, keine Belohnung oder Bestrafung oder sonstige vom Leben abhängige Konsequenzen die keltischen Wiedergeburts- und Andersweltvorstellungen zu bestimmen scheinen, wird der Tod zu einem aufwändigen sozialen und religiösen Ereignis. Das Dilemma zwischen Wiedergeburt, Anderswelt, lebensnah ausgestattete Grabkammern für „lebende Leichname“ und Ahn/innenverehrung kann zwar logisch aufgelöst werden, aber mehr als Spekulationen erhält man daraus nicht, da die Quellen zu dieser Problematik schweigen. Auch die Frage, ob in der Anderswelt die sozialen Verhältnisse aus dem Leben bestehen bleiben oder aufgelöst werden, kann aufgrund der zusammenfassend betrachteten Quellen nicht befriedigend beantwortet werden. Wie auch immer: als Anhängerin des keltischen Neuheidentums gibt es für mich keinen Grund, Angst vor dem Tod zu haben, wenn auch die von De Vries ins Rennen geführten menschenfressenden La Tène-Monster leicht besorgniserregend sind (naja, er muss ja mit dieser Hypothese nicht Recht haben ...). Ob ich nun wiedergeboren werde oder in einer glücklichen Anderswelt verweile, oder erst in die Anderswelt komme, um nachher wiedergeboren zu werden – all das scheint eine interessante Option fürs Leben danach zu sein. Damit es meiner Seele nach dem Tode auch an nichts fehlt, hätte ich gerne an der irischen Westküste einen netten kleinen Grabhügel mit Blick aufs Meer und als Grabbeigabe neben den obligatorischen Spanferkeln drei Fässer voll Guinness, eine Flasche Single Malt und einen Fernseher mit mindestens 50 Programmen!
aus
„The Cut-Throat Celts“ von Terry Deary
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