| Über den Tod |
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| Written by McClaudia | |
| Freitag, 04 Januar 2008 | |
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Die Druiden balsamierten die tote
Fürstin ein, um den Verwesungsvorgang zu verzögern. Danach
wurde Sapsuta in ihre edelsten Gewänder gehüllt, in ihre
Seidentunika aus dem fernen Osten, ihr feines kariertes Wollkleid und
in ihren mit 1000en bronzenen Ziernägelchen bestickten
Pelzumhang. Ihre Füße schmückten ihre
goldbeschlagenen Schnabelschuhe und je drei goldene Fußreifen.
Man legte all ihren Goldschmuck, vor allem ihren schweren Torques an,
schminkte ihr Gesicht, damit es lieblich und lebendig aussähe,
kämmte ihr die Haare und flocht ihr Zöpfe, die mit goldenen
Ringen durchwirkt waren. Dann legte man sie sorgfältig auf ihren
vierrädrigen Prunkwagen, den sie schon zu Lebzeiten gerne für
festliche Umzüge verwendet hatte und schmückte ihn mit
Girlanden aus Blumen und immergrünen Zweigen.
Abrollung der hallstattzeitlichen Situla (Bronzekübel) von Certosa bei Bologna, 5. Jhdt.v.Chr. Die dargestellte Szene könnte eine Leichenfeier darstellen. Erkennbar an 5. und 7. Frau in der 2. Reihe von rechts. Die eine könnte Holz für den Scheiterhaufen tragen, die andere eine hausförmige Urne. Am dritten Tag gaben die Karnyxbläser das Signal zur Prozession. Die Prozessionsstraße war gesäumt von den Stadtbewohnern und -bewohnerinnen und den ersten angereisten Trauergästen, die den Umzug mit Jubel, Trauergesang und unzähligen Blumen begrüßten. Ganz vorne gingen einige Mädchen, die frische Blüten auf die Straße streuten. Die Karnyxbläser und Standartenträger folgten ihnen, danach kamen die Gaisates, die Elitekrieger, dann folgten die Druiden, die den Prunkwagen mit der aufgebahrten Leiche anführten. Vorne am reich mit Bronzeplättchen verzierten rot bemalten Wagen saß Devogena und zügelte die zwei edlen, reich gezäumten Schimmel, die den Wagen zogen. Nebenher gingen die Priesterinnen mit ihren Klapperblechen und ihrem lautstarken Trauergesang: MARUA BOUA RIGANI ANSON - DALLOS IMMI DACROUON – „Unsere Königin ist tot – ich bin blind vor Tränen!“ MARUA BOUA SAPSUTA ANSON! ... klang es voll Leidenschaft. Dahinter fuhren die Adligen der Stadt in ihren Wagen oder ritten auf Pferden, an ihrer Spitze Latumaros. Alle waren in ihre besten Gewänder gekleidet und protzten mit einem Übermaß an Goldschmuck – Männer wie Frauen! Danach schritten die Barden, die Künstlerinnen und Handwerker einher. Zum Schluss führten die Vates reich geschmückte schwarze Opferstiere mit sich. Erst dann schloss sich das normale Volk an, das in großen Mengen Speisen, Getränke und Picknickdecken mitschleppte. Dazwischen waren immer wieder Musiker mit ihren schrillen Pfeifen, Flöten, Leiern und Tamburinen, Tänzerinnen und als Dämonen verkleidete Menschen, die die bösen Geister mit lautem Klappern ihrer großen Schellen vertreiben sollten. Die, die wirklich trauerten, rauften sich die Haare, fügten sich sogar Verletzungen zu und stimmten in die Totenklage der Priesterinnen mit ein. Und die, die nicht wirklich trauerten, wurden von der Ekstase der Menge mitgerissen und jammerten und schrien, was das Zeug hielt.
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