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Über den Tod PDF Print
Written by McClaudia   
Freitag, 04 Januar 2008
Article Index
Über den Tod
Tod der Königin
Vorbereitungen
Der Grabhügel
Das Totenfest
Grabschliessung
Totenbrauchtum
Grabbeigaben
Bestattungsarten
Antike Schriften
Tod in der Neuzeit
Sonderbestattungen
Das Sterben
Die Seele
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Quellenangaben

Totenbrauchtum


Das hier rekonstruierte keltische „Musterbegräbnis“ bei der fiktiven Stadt Dubnoduron könnte so oder ähnlich irgendwann Ende der Westhallstattkultur oder zu Beginn der La Tène-Zeit stattgefunden haben (also so um das 5. Jhdt.v.Chr.). Für die Geschichte der Sapsuta habe ich mich von folgenden archäologisch erforschten eisenzeitlichen Gräbern inspirieren lassen, wobei die reichhaltigen Grabbeigaben, der Wagen, das Holzkammergrab, die unbrauchbar gemachten Werkzeuge und Abfälle über den Grabkammern, der Grabhügel samt Graben sowie Keramikfunde in der Nekropole für das Totenmahl auf viele der folgenden Funde zutrifft:

Das Gräberfeld auf der Hochgerichtsheide von Wederath (4. Jhdt.v.Chr. bis 4. Jhdt.n.Chr.) wurde wie die Nekropole von Dubnoduron über Generationen genutzt. Das Grab von Clemency (Luxemburg) aus dem 1. Jhdt.v.Chr. wies Pfostenlöcher für eine etwaige Aufbahrung des Leichnams auf, weiters einen Weg aus Tonscherben von den Pfostenlöchern zur Grabkammer, und unter anderem eine Öllampe als Grabbeigabe. Das „Fürsten“grab vom Glauberg (5. Jhdt.v.Chr.) hatte eine 350 m lange und 7 m breite Prozessionsstraße, die von je einem 2,8 m tiefen Graben flankiert war, des Weiteren neben dem Grabhügel vier steinerne Statuen des Begrabenen (was man daran erkennt, dass die Leiche einen besonderen Goldtorques trägt, der genauso auf den Statuen eingemeißelt ist). Das Gräberfeld bei Heidenheim-Schnaitheim (ca. 7./6. Jhdt.v.Chr.) war wie das aus meiner Geschichte in einen „reichen“ Teil mit reich ausgestatteten Gräbern in Grabhügeln und einem „armen“ Teil mit „arm“ ausgestatteten Gräbern (ohne Hügel) aufgeteilt, wobei zwischen dem reichen und dem armen Gräberfeld 500 m Entfernung sind. Beim „Fürsten“grab von Hochdorf (6. Jhdt.v.Chr.) fand man Reste von Pflanzenbewuchs auf dem Boden der Grabkammer, was darauf hindeutet, dass das Grab mindestens vier Wochen leer stand, ehe der Tote, der wahrscheinlich aufgebahrt oder herumgeführt worden war, dort beerdigt wurde. Weiters fand man acht Trinkhörner, die an den Wänden gehangen haben müssen. Der Bestattete hatte auch Fibeln aus reinem Gold und Bernsteinperlen – Verarbeitungsspuren dafür fand man in den Schichten des Grabhügels. Die Schnabelschuhe des Toten waren mit Goldblech verziert. Zu Füßen der Grabkammer der „Fürstin“ von Mitterkirchen (7. Jhdt.v.Chr.), die mit einem Wagen voll von Bronzebeschlägen begraben wurde, wurde ein weibliches, kräftig gebautes Skelett gefunden, das etwas chaotisch in einer Grube beerdigt wurde, und darüber war ein Holzpflock gelegt. Es könnte sich um eine Sklavin der Herrin handeln, die ihr in den Tod folgen musste. Eine andere „Fürstin“ trug einen Pelzumhang, geschmückt mit tausenden Ziernägelchen. Der „Dame von Goeblange-Nospelt“ (1. Jhdt.v.Chr.) wurde über 200 Jahre lang Münzen geopfert. Als sich der Grabhügel durch den Kammereinbruch absenkte, stellte man zwei Terrakotta-Statuetten von Göttinnen in die Vertiefung. Wie die fiktive Sapsuta war wohl auch diese Dame zu einer verehrten Ahnin oder sogar zu einer Göttin aufgestiegen. Im Doppelgrab von Hohmichele (ca. 5. Jhdt.v.Chr.) erhielten sich Spuren von Seidenbrokat, was mich zur Seidentunika der Sapsuta inspirierte. Den großen Bronzekrater des „Fürstinnen“grabes von Vix habe ich der Sapsuta zukommen lassen.

Sapsutas Geschichte ist eine von vielen. Tatsächlich lässt sich über antike keltische Beerdigungen von etwa dem 7.Jhdt. v. Chr. bis zur röm. Kaiserzeit um die Zeitenwende kaum etwas Allgemeines erzählen, und je mehr Gräber archäologisch untersucht werden, desto vielfältiger scheinen die Sitten gewesen zu sein. Ich werde also bei allgemeinen Aussagen bleiben müssen, denn über dieses Thema könnte man bereits ein dickes Buch schreiben:



 
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