| Über den Tod |
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| Written by McClaudia | |
| Freitag, 04 Januar 2008 | |
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Neben den Körperbestattungen (die Leichen wurden zumeist in gestreckter Rückenlage beerdigt, die Ausrichtung variiert von mal zu mal) gab es natürlich auch Brandbestattungen, wobei die Asche des Toten entweder in Tücher oder Felle eingeschlagen in eine hölzerne Grabkammer kam, zusammen mit unbeschädigten Grabbeigaben (so beim Grab von Clemency) oder aber zusammen mit einigen Grabbeigaben verbrannt und alles zusammen in großen Urnen verstaut wurde. Die beim Scheiterhaufen gefundenen Weinamphoren beim Grab von Clemency lassen vielleicht auch auf die in der klassischen Antike übliche Sitte schließen, den brennenden Scheiterhaufen mit Rotwein zu löschen, die verkohlten Knochen also mit Wein zu „waschen“. Während in der Hallstattzeit und frühen La-Tène-Zeit grob gesagt eher Körperbestattungen modern waren, hat sich ab dem 3. Jhdt.v.Chr. daneben auch lokal wieder die Brandbestattung durchgesetzt. In Irland gab es in der Eisenzeit fast ausschließlich Brandbestattungen mit mageren Beigaben, die erst durch das Christentum von Körperbestattungen abgelöst wurden. Obwohl es archäologisch fassbar ist, dass innerhalb eines enger begrenzten Kulturraumes über mehrere Generationen hinweg ähnliche Grabsitten herrschen, gibt es doch einige Beispiele dafür, dass innerhalb ein und desselben Ortes, sogar während derselben Zeit, Körper- und Brandbestattungen parallel praktiziert wurden. So z.B. in Hallstatt, wo es 45 % Urnengräber und 55 % Körpergräber gibt – allesamt eigentümlich auf einer Art riesiger gebrannter Lehmteller gelegt, die auf Gräberfeldern beerdigt wurden. Man weiß bis heute nicht, nach welchen Richtlinien die eisenzeitlichen Hallstattbewohner/innen die Verbrennung oder die Körperbestattung angewandt hatten. Sowohl hier wie dort findet man Alte, Junge, Frauen, Männer, Reiche und Ärmere. Warum einmal der unversehrte Körper, ein anderes Mal die Asche des verbrannten Körpers beerdigt wurde, bleibt im Dunkeln. Möglicherweise waren es religiöse Gründe, und in Hallstatt selbst vielleicht reine Geschmackssache, wie in unserer heutigen Zeit auch.
Hallstattzeitliche Bronzeurne mit Klapperblechen aus Kleinklein / Steiermark, 6. Jhdt.v.Chr. Wie schon in Sapsutas Geschichte berichtet, wurden lange nicht alle Kelten in großen Grabhügeln beerdigt. Jene dürften eine Eigenheit der Westhallstattkultur und der frühen La Tène-Zeit gewesen sein – und waren vielleicht nur der Oberschicht vorbehalten. Daneben gab es auch weite Gräberfelder, die vielleicht nur mit ein paar Steinen oder organischem Material geschmückt wurden. In England, v.a. in der Arras-Kultur, waren viereckige kleine Grabhügel üblich. Im walisischen mittelalterlichen Mythos „Branwen, Tochter des Lyr“ wird berichtet, dass die tote Branwen am Ufer des Flusses Alaw in einem viereckigen Grab beigesetzt wurde. Im alten Irland wiederum waren Hügel aus Steinen, sog. cairns, üblich. Der Krieger Etarcomol im Mythos „Der Rinderraub von Cooley“ wird in einem extra für ihn aufgeschütteten cairn beerdigt, und man errichtet ihm auch einen Grabstein, in den man seinen Namen in Ogamschrift einritzt.
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