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Cernunnos - der Gott der vom Indus kam? PDF Print
Written by Jörn Mankiewicz   
Samstag, 26 April 2008
Article Index
Cernunnos - der Gott der vom Indus kam?
Darstellung des Cernunnos
Cernunnos
Andere Religionen (Slawen)
Andere Religionen (Hinduismus)
Zugrundeliegendes Gottesbild
Rekonstruktionsversuch
Anhang
 

5.2 Hinduismus

 Die hiduistische Götterwelt als reichhaltig zu bezeichnen ist noch eine Untertreibung. Allerdings können wir für unsere Betrachtung hier ebenfalls das Problem auf die dafür wichtigsten Gottheiten Beschränken:
  • Shiva/Rudra - Gott der Zerstörung und der Erneuerung. Unter anderem auch Herr der Tiere und Schützer der Eremiten. Einer der mächtigsten Götter.
  • Indra - Donner- und Kriegsgott, je nach Überlieferung König der Götter.

5.2.1 Shiva/Rudra

 Abb. 5.2: Shiva Statue in Rishikesch

 Abb. 5.2: Shiva Statue in Rishikesch
 
  Die Bedeutung des Wortes ``Shiva'' aus dem Sanskrit ist ``der Gütige``, ``der Gnädige`` oder auch ``der Freund''. Shiva ist ein stark polarisierender Gott. Einerseits ist er ein Asket, der in ewiger Meditation verharrt, andererseits auch als ``Nataraja'' der König der Tänzer, als der er den kosmischen Tanz der Zeit, aber auch den Tanz der rasenden Zerstörung tanzt. In der hinduistischen Trinität ``Trimurti'' stellt er das Prinzip der Zerstörung dar, besitzt aber außerhalb der Trimurti, wie die anderen beiden Götter Brahman und Vishnu, auch die anderen beiden Aspekte Schöpfung und Erhaltung.
 Shiva gilt als sehr angetan, wenn man für ihn komplizierte Meditationen oder aketische Rituale über längere Zeit durchführt. Es wird erzählt, dass er dann den Gläubigen erscheine und ihnen eine Bitte gewähre.
 Seine andere Seite, die oft auch als ``Rudra'' (Sanskrit: ``der Brüllende'') bezeichnet wird, ist deutlich ungemütlicher. Als Herr der tobenden Naturgewalten, des Unheils und der Seuchen ist er gefürchtet, aber sein Wohlwollen bringt Gesundheit und Glück und mit seiner elementaren Wucht vertreibt er schlechte Dinge. Rudra ist auch der Herr des Viehs und aller lebendigen Dinge, weswegen er auch als ``Pashupati'' (Sanskrit: Herr des Viehs) verehrt wird. In dieser Darstellung ist er oft von Tieren umgeben und trägt auf ein paar Bildern sogar ein Geweih oder Gehörn. Die Verehrung Shivas durch die Gläubigen findet durch Bildnisse, aber sehr oft auch durch die abstrakten, phallischen ``Lingams'' statt. Man vermutet, daß der Lingam-Kult sehr alt ist.
 Die Darstellung Shivas findet meist in meditativen Posen statt und zeigt den Gott mit halb-geschlossenen oder geschlossenen Augen. Es wäre am Schluß noch zu erwähnen, daß Shiva in seiner Symbolik stets eine Schlage, um genau zu sein eine Kobra, bei sich führt.

5.2.2 Indra

 

 

 Abb. 5.3: Bronzestatue des Indra
Abb. 5.3: Bronzestatue des Indra

  Mit Indra haben wir den Blitz- und Donnergott des hinduistischen Pantheons vor uns. Zum Dank, dass er Vritra (ein Ashura in Schlangenform) getötet hat nachdem dieser alles Wasser der Welt gestohlen hatte, wurde er zum Götterkönig befördert. Die Ähnlichkeiten zur Legende des Kampfes zwischen Veles und Perun sind an dieser Stelle unverkennbar.
 Trotz seines Erfolgs im Kampf ist Indra nicht der mächtigste der Götter. Gerade im Bereich der Weisheit und Erkenntnis ist er den meisten Göttern, gerade Shiva und den anderen Trimurti weit unterlegen. Er ist ein Krieger und kein Schöpfungsprinzip wie diese Götter, aber trotzdem ein wichtiger Teil der Götterwelt. Da Indra anfangs zu Überheblichkeit und Prahlerei neigte, spielten ihm Vishnu und Shiva einen Streich, um ihm zu zeigen, daß er auch nur ein Rädchen im Gefüge des Kosmos ist.
 Der Blitz, der im Westen oft als Hammer oder Speer gedeutet wurde, wird im Hinduismus durch den sogenannten Vajra (Sanskrit: ``hart'' oder ``mächtig'') dargestellt, eine Art von Donnerkeil, den man oft in der Mythologie antrifft.



 
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