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Witchvox über CR PDF Print
Written by Claudia Jenik   
Samstag, 03 Mai 2008
Article Index
Witchvox über CR
Geschichte
Glaubensgrundlagen
Rolle der Druiden
Organisationsstrukturen
Ethik
Feste
Kultpraxis

Geschichte


Die Idee der rekonstruierten heidnischen Religionen gibt es ca. seit Mitte der 1970er Jahre und wurde in Margot Adlers 1979 erschienenem Buch „Drawing down the Moon“ diskutiert. Einige Organisationen, wie z.B. der ADF [Ár nDraíocht Féin – A Druid Fellowship], arbeiteten schon seit vielen Jahren an der Rekonstruktion, sie richteten ihren Fokus aber nie vollständig oder besonders auf das Keltische.
Viele Interessierte diskutierten darüber, was denn nun echte frühe keltische Religion und Spiritualität beinhaltete und wie andere Personen über die Unterschiede zwischen Wicca und den verschiedenen Formen des keltischen Heidentums aufgeklärt werden könnten. Diese Diskussionen fanden seit den frühen 1980ern, anfänglich in paganen Veröffentlichungen oder am gemeinsamen Lagerfeuer während heidnischer Treffen statt. Nach 1989, mit der Ausbreitung des Internet, wurden die Debatten auf PODnet Celtic, dem GEnie network, Celtic-L und anderen Foren zum ausschlaggebenden Faktor in der Verbreitung von Informationen. Zwischen 1992 und 1993 begann sich der Begriff „Celtic Rekonstructionist“, abgekürzt CR, zur Beschreibung von Personen, die versuchen, einen authentisch keltischen Weg für moderne Heid/innen nachzuvollziehen, zu erforschen und wiederzuerschaffen, allmählich durchzusetzen.
Mit der Gründung der Nemeton-L-email-Liste für keltische Heid/innen und Druid/innen im Jahre 1994, die Personen aus der ganzen Welt zusammenbrachte, begann die Bewegung zusammenzuwachsen. Jede Person brachte ihre eigene Vision mit, und im Weiteren wurden die anderen Foren ins Leben gerufen. Auch örtliche Gruppen trafen sich, und schließlich wurden auf diesen Prinzipien beruhende nationale Organisationen gegründet. Man schrieb und archivierte Artikel, und es wurden auf freier Basis Informationen ausgetauscht.
Die meisten Gründungsmitglieder des CR hatten ihren Hintergrund im Wicca, verbunden mit Einflüssen vom ADF, von Keltria [einem Druidenorden] oder anderen ähnlichen Gruppen. Gemeinsam und alleine erforschten sie Texte, erlernten keltische Sprachen, meditierten, gingen auf Trancereisen, verfassten Poesie und Artikel und arbeiteten, um genügend Material für die Schaffung der Grundlage einer modernen keltischen Tradition zu sammeln, die die alten Quellen respektiert, aber gleichzeitig all jene Dinge der frühen keltischen Religionen ablehnt, die für moderne Gläubige inakzeptabel sind, wie Menschenopfer, Sklaverei und andere stark patriarchale Elemente dieser frühen Gesellschaften. Man suchte nach ethischen Konzepten, filterte Relevantes heraus und wandte es dann im täglichen Leben an.
Da das Quellenmaterial über das stammesorientierte keltische Heidentum mehr als dürftig ist, ließen sich die Forschenden auch von anderen Kulturen inspirieren, welche helfen sollten, die quellenspezifischen Lücken zu füllen, so dass man sinnvoll Rituale kreieren und Gemeinden aufbauen konnte. Man erforschte z.B. die nordischen Traditionen, den volkstümlichen Hinduismus mit seiner Puja-Praxis, ekstatische Techniken aus Voodoo und Umbanda sowie animistische Stammesreligionen, inwieweit sich dort Ähnlichkeiten mit Aussagen in primären und sekundären Quellen über keltische Religion finden würden. Die Werke von Sean Ó Tuathail, in denen das Vier-Elemente-Modell [wie es im Wicca oder in der europäischen Zeremonialmagie Anwendung findet] abgelehnt und durch eine Drei-Welten-Kosmologie, bestehend aus Land, Meer [Unterwelt] und Himmel, ersetzt wurde, waren in dieser Aufbauarbeit für viele besonders hilfreich. Die „große Triskele“, die Ó Tuathail „An Thríbhís Mhòr“ nennt, wurde zum allgemein gebräuchlichen Symbol für die drei Welten.
Zum Zeitpunkt dieses Artikels (Juli 2003) finden sich aktive Gruppen und Personen, sowie einige Online Diskussionsforen im Internet, auch wenn einige Foren eher klein sind. Die Nemeton-L-Liste ist immer noch die größte Anlaufstelle für die CR-Gemeinschaften. Die Imbas-Website archiviert viele wichtige und maßgebliche Artikel über CR und andere ähnliche Traditionen.
CR behauptet keinesfalls, eine echte, authentische Überlieferung der [antiken heidnischen] keltischen Traditionen zu besitzen. Wir geben vollends und offen zu, dass wir eine Komposition aus modernen Ideen praktizieren, basierend auf und inspiriert durch frühe keltische Glaubensvorstellungen. Wir folgen unserer Inspiration, während wir versuchen, den Vorgaben aus den alten Texten, den Arbeiten aus Wissenschaft und Archäologie, sowie unseren Erfahrungswerten, die sich als gut erwiesen haben, soweit wie möglich treu zu bleiben. CR ist ein konstant wachsender und sich entwickelnder Pfad, der durch Lernen, mystische und ekstatische Erfahrungen und das intensive, spirituelle Leben bestimmt ist.


 
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