Hauptseite

Aus Celtoipedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Willkommen bei der Celtoipedia!
Seit cantlos 8010 (2009) wurden 400 Beiträge verfasst.

Einführung


Suavelos!

Die Celtoipedia soll allen als Informationsquelle dienen, die Informationen über keltischen Rekonstruktionismus und keltische Religion erhalten wollen.

Einleitung

Ein Lexikon zum keltischen Neopaganismus zu verfassen, insbesondere zum keltischen Rekonstruktionismus, ist in vielerleich Hinsicht ein schwieriges Unterfangen.Über die Religion der alten Kelten ist uns nur wenig bekannt, zumeist handelt es sich um Bruchstücke von Inschriften, Götternamen und Bildzeugnisse, auch stammen diese fast ausschließlich aus der sogenannten „gallo-römischen“ Epoche, einer Zeit in welcher die Gallier lange schon Teil des Imperium Romanum waren und speziell die gallische Oberschicht sich stark der Kultur und dem Lebensgefühl der „Romanitas“ zuwandte.In Folge des Verbotes für freie Männer Druiden zu werden wurden die Nachfahren der alten keltischen Priesterklasse römische Flamines oder Aediten, Universitätslehrer und Männer der Politik.Eine neue Mischreligion, der „gallo-römische Synkretismus“ der Kaiserzeit entstand, mit teilweise aufblühenden Kulten (z.B. dem des Belenus), hinter der jedoch der alte keltische Glaube unwiderruflich verschwand.Was die Kelten tatsächlich glaubten bevor sie mit den Völkern des Mittelmeerraumes in Kontakt kamen wird auf ewig im Dunkel der Geschichte verschollen bleiben, andererseits sind solche Überlegungen jedoch auch müßig, ja sogar falsch, da die antiken Kulturen stets im Austausch miteinander lagen und sich nicht nur künstlerisch sondern gewiss auch religiös und philosophisch untereinander beeinflussten.Der „Eklektizismus“ war in gewisser Weise die natürliche religiöse Haltung des antiken Menschen und jeder Versuch einer künstlichen Trennung verschiedener „ethnischer Religionen“ muss angesichts der historischen Komplexität als naive Verfälschung, ja sogar als gefährliche Inkarnation der , historisch so verheerenden, Ideologie des „Volksgeistes“ gelten.Waren die Neigungen der Altvorderen zum jeweiligen Ethnozentrismus unwidersprochen zumeist sehr stark, so war ihnen doch zugleich jeder moderne Nationalismus oder religiöse Chauvinismus noch völlig fremd.In den Gottheiten und Idolen fremder Stämme erkannte man sofort die eigenen wieder, gesehen zwar durch die Brille einer anderen Kultur, doch völlig fraglos nur eine etwas andere Sichtweise eben jener göttlichen Kräfte die man selbst schon kannte.Nur unter großen Schwierigkeiten lassen sich die vagen Informationen über die antiken Kelten dann widerum mit jenen Überlieferungen in Zusammenhang bringen die wir als „inselkeltische Mythologie“ kennen.Schriften aus dem mittelalterlichen Irland und Wales, von Menschen welche sich zur damaligen Zeit selbst keinesfalls als Kelten betrachteten und erst in der Neuzeit, ab dem 19. Jahrhundert etwa, aufgrund sprachlicher Verwandtschaft zu den antiken Kelten, als solche bezeichnet wurden.Sämtliche inselkeltischen Quellen stammen bereits aus christlicher Zeit, und wie man die gallo-römische Epoche akzeptieren und als historische Tatsache respektieren muss, so muss man auch das keltische Christentum anerkennen.Wieviel paganes Gedankengut die inselkeltische Tradition unter christlichen Mantel tatsächlich bewahrt hat wird, aufgrund fehlender Primärquellen zu ersterem, stets Objekt der Spekulation bleiben müssen, zumal den christlichen Schreibern des Mittelalters auch sämtliche Texte der antiken Autoren, inklusive ihrer Mythologie, bekannt waren und sie sich reich aus diesem Fundus bedienten um die eigene, oftmals verschollene oder vergessene, Geschichte zu übertünchen und mit der offiziellen Geschichtsschreibung in Übereinstimmung zu bringen, und als solche galten die Schriften der antiken Historiker und die –damals als historisches Werk betrachtete - christliche Bibel.Nichts desto trotz erlebt der keltische Neopaganismus –wie ich die moderne Wiederbelebung der keltischen Religion nennen möchte- seit Jahren einen zwar zahlenmässig geringen, und doch bemerkenswerten Aufschwung.Das jeder zeitgenössische Bezug auf die keltischen Überlieferungen immer nur eine moderne Neuinterpretation sein kann wird kein ernsthafter Neopaganist bestreiten.Zur Entschlüsselung der keltischen Symbole bleibt uns zumeist nur der Vergleich mit den Symbolen anderer Mythologien, zuerst der Abgleich altkeltischer Motive mit jenen der Inselkeltischen Tradition, dann der Vergleich mit jenen anderen Religionen der Antike wie dem Glauben der Römer, Griechen, Germanen und sogar der vedischen Hindus.Tatsächlich wird man viele Texte der antiken Historiker über die Kelten ohne eine vorherige Beschäftigung mit der hellenistischen oder römisch-griechischen Philosophie und ihrer Theologie gar nicht richtig verstehen können.Letztendlich wird auch der keltische Rekonstruktionismus keine ernsthafte Wissenschaft sein können sondern in letzter Konsequenz immer auf eine Form von Mystizismus hinauslaufen, auf die Frage wie die Gottheiten auf uns wirken, welche Assoziationen ihre Namen und Ikonographien in uns hervorrufen und jene religiösen Gefühle die beim persönlichen individuellen erfahren von Kultorten oder Riten in uns geweckt werden.Schon ist es so ,dass der keltische Neopaganismus ein Eigenleben entwickelt hat, Gottheiten haben heute ihre eigene moderne Deutung und Interpretation erfahren, Begriffe aus den keltischen Sprachen wie „Nerton“, „Mat-Anmat“ oder „Sam-Giam“ werden, trotz Vergleichs ihrer Bedeutung in den verschiedenen keltischen Sprachen, stets mit unseren Deutungen dieser Begriffe und unserer eigenen Interpretation und Sprache einen eigenen, neuen Sinn entwickeln, zweifellos weil eben jene Menschen die sich heute mit dem Keltentum befassen Menschen des 21. Jahrhunderts sind und zweitausend Jahre nicht nur von Christentum sondern auch Humanismus und Aufklärung geprägt wurden.Trotzdem ist es ein durchaus keltischer Gedanke dem , von den kelten als göttlich verehrten Prinzip der „Inspiration“ zu folgen und dem Wort und der Sprache selbst eine gewisse „magische“ Kraft zuzusprechen.In diesem Sinne ist die Celtoipedia das Produkt vieler verschiedener Inspirationen und auseinandersetzungen mit der Magie des Wortes, beruht sie doch größtenteils auf jahrelangen Diskussionen, im privaten Bereich wie auf Internetplattformen wie dem Paganforum, Panpagan und vor allem dem Celtoi.net.Unzählige Informationen wurden zusammengetragen, Ideen eingebracht und miteinander verglichen und alte Texte gelesen und interpretiert, aus diesem Grunde, durch die Vielzahl der Hände durch die diese Ideen bereits geflossen sind, ist es auch leider kaum möglich –wie es bei einer wissenschaftlichen Arbeit zu erwarten wäre- genaue Fußnoten und Quellenangaben zu machen, lediglich eine kurze Auswahl einiger besonders einflussreicher Werke soll im Anhang angegeben werden.Der keltische Neopaganismus ist auch heute keine Buchreligion und die inselkeltischen Mythen sind für uns keine heiligen, verbindlichen, Texte die von besonderen Schriftgelehrten oder Druiden für die Gemeinde ausgelegt werden müssen, vielmehr ist es auch heute wieder so ,dass die wahre „Überlieferung“, ganz wie in der Tradition der Druiden, über das gesprochene Wort stattfindet und „von Celta zu Celtos“ weitergereicht wird und somit lebendig und im stetigen Lauf der Entwicklung bleibt.Jene Textauswahl hier stellt also keine verbindliche Interpretation und Darstellung dar sondern lediglich eine Ideensammlung welche anleiten, inspirieren, weiterhelfen und Impulse geben soll.Da unsere Arbeit mit der alten Religion ununterbrochen voranschreitet und stets erneuert und korrigiert wird, ist dieses Buch auch nur als Teil 1 eines hoffentlich fruchtbaren und weiterlebenden Projektes zu betrachten.

Mein besonderer Dank gebührt: Andree Fetting (für all die Geduld, das Interesse, die Energie und letztendlich auch das Geld welches er in das Celtoi.net fliessen lässt), Claudia Jenik (für Inspirationen, Ideen und viel harte Arbeit), Condeuios (für sprachliche Kenntnisse, Kritik und Inspiration) allen weiteren Mitarbeitern die Verbesserungen oder Ergänzungen mit einbringen konnten sowie allen engagierten Celtic Reconstructionists weltweit, insbesondere jenen die diese Bewegung ins Leben gerufen haben.

Samonios

Siehe auch:


Aktualisierungen

22. Giamonios, 8010 (2010): Celtoipedia

Kurzanleitung für Celtoipedia-Neulinge

Zum Üben nutzt bitte die Spielwiese.
Hilfe | Celtoipedia | Benutzerhandbuch

Persönliche Werkzeuge