Die Ubier waren ein Stamm, der sich laut Tacitus zu den Germani zählte.Heute geht man davon aus ,daß die Ubier wahrscheinlich germanisierte Kelten oder stark keltisch beeinflusste Germanen waren.Welcher Sprachgruppe die Ubier ursprünglich angehörten ist bis heute unbekannt, sie werden jedoch archäologisch zur späten La tene Kultur gezählt.Nach ihrer Umsiedlung in das Oppidum Ubiorum (das spätere Köln) wiesen die Ubier sowohl germanische als auch keltische Bevölkerungsanteile auf, sehr rasch wurden die Ubier jedoch romanisiert.
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Das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Ubier lag am rechten Ufer des Rheins, zwischen der unterer Lahn und dem Taunus.Das heutige Hessen war eines der Zentren der keltischen Kultur und war sicher seit der frühkeltischen Zeit im 6. und 5. Jahrhundert von keltischen Stämmen besiedelt.Es entstanden unter anderem Oppida am Dünsberg, am Glauberg und das Heidetränk-Oppidum.Ihre Hochphase und Blütezeit erreichte die keltische Kultur hier im 3. Jahrhundert v.Chr.
Seit dem ersten Jahrhundert v.Chr. bestanden zunehmend Kontakte zwischen Kelten und Germanen, diese verliefen zunächst nicht kriegerisch, obgleich anzunehmen ist ,daß zu dieser Zeit Germanen aus dem Elbgebiet in keltisches Gebiet einwanderten handelte es sich bei diesen Gruppen noch nicht um einen geschlossenen Stamm. Einige germanische Stämme gerieten unter den Einfluss der Kelten, möglicherweise entstand eine stammesübergreifende gemeinsame Münzprägung zwischen Ubiern, Batavern und Chatten.Als Cäsar Gallien unterwarf schlossen die Ubier durch Tributzahlungen ein Bündnis mit den Römern gegen ihre Konkurrenten, die germanischen Sueben, wurden zu Handelspartnern, stellten ihnen Hilfstruppen und gaben sogar ihre Söhne in römische Ausbildung.Während des Eburonenaufstandes unterstützten die Ubier allerdings möglicherweise die Eburonen mit ubischem Gold.Als der Eburonen Fürst Ambiorix bei den Ubiern Unterschlupf fand überzeugten sie Cäsar davon nicht am Aufstand des Ariovist beteiligt gewesen zu sein und schoben stattdessen ihren alten suebischen Konkurrenten die Schuld zu.
Nachdem die Ubier ,aufgrund ihrer römerfreundlichen Politik, zunehmend unter Druck der Sueben und ihrer Bundesgenossen gerieten, das Dünsberg Oppidum wurde zu dieser Zeit wahrscheinlich verlassen, baten sie um den Schutz der Römer,welche sie unter Agrippa zwischen 38 und 20. v. Chr. in das Gebiet der besiegten Eburonen umsiedelten, auch um den unsicheren Bündnispartner besser kontrollieren zu können. Dort vermischten sich die Ubier mit den Resten der Kelten, gegen 7-5 v.Chr. wurde ihnen mit dem Oppidum Ubiorum ein Zentralort erbaut, ein im Lahntal verbliebener Stammesteil erhielt einen eigenen Zentralort bei Waldgirmes,desweiteren erlaubte Agrippa den Chatten in das ehemalige Ubierland vorzurücken und es in Besitz zu nehmen wobei sie sich wahrscheinlich mit ebenfalls verbliebenen ubischen Stammesresten arrangierten.Ubier besiedelten in dieser Zeit die zahlreichen Kastelle im weiteren Rheingebiet wie Bonna (Bonn), Antunnacum (Andernach), Rigomagus (Remagen), Aquae Grannis (Aachen), Novaesium (Neuss), Tolbiacum (Zülpich), Confluentes (Koblenz) , Asciburgium (Moers-Asberg) und Gelduba (Krefeld-Gellep-Stratum). Im Oppidum Ubiorum liess Augustus den Ara Ubiorum , als römisches Zentralheiligtum errichten als dessen Hohepriester der Cherusker Segimundus (ein Sohn des Segestes) bestimmt wurde, welcher jedoch in der Varusschlacht im Jahre 9. n.Chr. zu Arminius überlief.Im gleichen Jahr noch wurde Waldgirmes aufgegeben und in der Folgezeit wurde das Ubier Oppidum zur Legionsstadt und zum Hauptquartier des Feldherren Germanicus.15. n. chr kehrte auch der abtrünnige Priester Segimundus zurück, der bei Germanicus Gnade fand.Die in diesem Jahr geborene Agrippina, Germanicus Tochter, wurde später Gattin des römischen Kaisers Claudius und machte 50 n. Chr. ihren Geburtsort zur römischen Kolonie die fortan den Namen "Colonia Claudia Ara Agrippinensium" trug, die ihr treu ergebenen Ubier nahmen als neuen Stammesnamen die Bezeichnung "Agrippinenses" an.Als sich im Jahr 68 n. Chr., nach dem Tod des Kaisers Nero, die Bataver erhoben schlossen sich ihnen die Ubier an, wenngleich angeblich nur widerwillig und ohne wahre Überzeugung, liefen jedoch sehr schnell wieder zur römischen Seite über, als die Bataver mit der Zerstörung der Stadt drohten.88/89 n.Chr. erlaubte ein Stamm namens "Cubii", bei dem es sich möglicherweise um die Ubier handelt, den Römern ,unter Domitian, auf ihrem Stammesland militärische Niederlassungen für den Krieg gegen die Chatten zu errichten, wofür sie sich großzügig entschädigen liessen, im selben Jahr gründete Domitian die Provinz Germania Inferior deren zu deren Hauptstadt er die Colonia Claudia Ara Agrippinensium ernannte.Im Jahr 259 kam es zu Plünderungen der Germania Inferior durch fränkische Stämme, der gallo-römische General Postumus nutzte seinen Sieg über die Plünderer dazu die Beute unter seinen Soldaten aufzuteilen und wandte sich gegen den regierenden Unterkaiser Saloninus.Während der Zeit in der Postumus sich zum Augustus ausrieen liess zwischen 260 und 274 wurde Gallien eine abtrünnige Provinz, das sogenannte "Imperium Galliarum", das sich bald auf Britannien und Hispanien ausweitete und zu dessen Hauptstadt Postumus das Oppidum Ubiorum machte.274 unterwarf sich Tetricus, der Kaiser des Imperium Galliarum, unter dem Druck der Germanen jedoch dem römischen Kaiser Aurelian so ,dass es wieder völlig ins römische Reich eingegliedert wurde obgleich im selben Jahr noch germanische Plünderer seine Hauptstadt stark verwüsteten.310 liess Kaser Constantin persönlich vor der Colonia eine grosse steinerne Rheinbrücke errichten und erliess drei Jahre später -angeblich nach seiner Konversion zum Christentum -den Toleranzedikt von Mediolanum und die Kolonia wurde zum Bischofssitz.Das römische Militär in Gallien und Germanien bestand im vierten Jahhundert bereits zu grossen Teilen aus Franken -unter anderem hervorgegangen aus den Ubiern aber vor allem aus den Stämmen der Salier, Ripuarier und Moselfranken (vornehmlich die Chamaven, Chatten und Chattuarier, Sugambrer, Brukterer, Usipiter, Tenkterer, Ampsivarier), diese Tatsache brachte im Jahr 355 den Einflussreichen gallisch-fränkischen General Silvanus in den Verdacht insgeheim gegen Constantius II zu intrigieren.Als der Kaiser den Verdächtigten zur Bestrafung zurückbeorderte rief dieser sich tatsächlich in der Colonia Agrippina zum Kaiser aus wurde jedoch bald im Auftrag des römischen Generals Ursicinus,welcher vom Kaiser als Silvanus Ersatz bestimmt worden war, ermordet.Nach dieser Tat kam es zu schweren Aufständen und Plünderungen durch die Franken, die drohten Colonia Agrippina zu zerstören.Aufgrund der Plünderungen wechselten die Ubier , die ursprünglich auf Seiten von Silvanus Truppen gestanden hatten, wieder die Fronten und liefen zu Rom über, das unter Julian Apostata 356 die Franken besiegen konnte.Vier Jahre später wurde Julian Apostata, ein gläubiger Neuplatoniker, römischer Kaiser und unterstützte während seiner dreijährigen Amtszeit wieder die Alte Religion wodurch auch der Ara Ubiorum wieder gefördert wurde.Nach der Rechsteilung in West- und Ostrom wurde die Lage der Colonia Agrippina zunehmend schwieriger, durch die Invasion der Westgoten in Hispanien und die Truppenaufstände und Gegenkaiser in Brittannien, da der römische Heermeister Stilicho den großteil der Grenztruppen der Germania Inferior abzog um Italien zu verteidigen.Nach und nach geriet die Colonia in die Hand der Ripuarier, die sich nun nicht mehr als Teile Westroms begriffen.So wurde Colonia Agrippina schließlich zu einem Teil des Frankenreiches.
Die Ubier lebten vermutlich größtenteils unter der Führung verschiedener Adelsfamilien in verstreuten Einzelgehöften und in kleineren Siedlungen, die Oppida waren grössere Mittelpunktsiedlungen und Zentralorte wie sie auch bei anderen keltischen Stämmen üblich waren.Bestimmend für die Ubier war ihre einflussreiche Münzprägung, die wohl durch frühe Kontakte nach Gallien entstand und ein Hauptfaktor ihrer politischen Macht, sowohl als Einflussfaktor auf die Germanen, als auch als Bündnispartner für die Römer war.Militärisch waren die Ubier hauptsächlich für ihre ausgezeichnete Reiterei bekannt.
Die Ubier werden als einheitlicher Stamm dargestellt, trotzdem tauchen in den Überlieferungen einige Abwandlungen und vermutete Unterstämme auf:
Als zentrale Religion der Ubier wird oftmals der Kult der Matronen, der großen keltisch-germanischen Muttergottheit in dreifacher Gestalt genannt.Zahlreiche weitere Gottheiten sind aus ubischen Siedlungen durch Weihinschriften bekannt, nicht alle diese Gottheiten müssen speziell ubischer Herkunft sein, da der Ara Ubiorum das Zentralheiligtum der Provinz Germania Inferior war, kamen dort Anhänger zahlreicher verschiedener Gottheiten zusammen, von Römern über Gallier bis hin zu verschiedenen germanischen Stämmen.Als Hauptheiligtum der Provinz war die Ara als lokale Version des römischen Kapitols vor allem der Göttertrias Jupiter, Juno und Minerva geweiht, zudem existierte ein Marstempel, mehrere Kultorte der Isis an denen vermutlich nur Frauen ihre Religion ausübten und auch magische Riten wie Puppenmagie praktizierten und -vor allem unter den Legionären -auch Mithräen in denen wohl das Taurobolium des Lichtgottes Mithras stattfand.Seit etwa dem 3. Jahrhundert breitete sich in der Colonia auch das Christentum aus etwa gleichzeitig mit dem herausbiden einer ersten jüdischen Gemeinde, ab dem 4. Jahrhundert entstanden die ältesten Kirchenbauten.