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Written by Bodvos   
Mittwoch, 10 Januar 2007

Der keltische Rekonstruktionismus

Für Kritik und Anregungen, die diesen Artikel bereichern könnten wäre ich dankbar. Die Diskussion zu diesem Artikel findet ihr in unserem Forum an dieser Stelle: Link



Der keltische Rekonstruktionismus ist eine Glaubensbewegung, die sich an der vorchristlichen Religion der keltischen Stämme orientiert und versucht diese in die Neuzeit zu übertragen. Da die keltische Glaubenswelt nie niedergeschrieben wurde als sie noch gelebt, geglaubt und praktiziert wurde erfordert die Auseinandersetzung mit ihr tiefere Beschäftigung mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus den weitestgehend schriftlosen Epochen.

Erschwert wird dies noch dadurch, das es nie eine keltische Nation oder auch nur das Bewusstsein dafür gegeben hat. Das was das keltischen zwischen den Ethnien ausmachte und auch heute noch ausmacht sind Schnittmengen, die zwar auf Gruppe A und B passen auf Gruppe C aber wiederum nicht. Gruppe C wiederum hat keltische Schnittmengen mit Gruppe A und D. Das heisst nichts geringeres als, das was einen Stamm keltisch macht ist so diffus, das man es kaum benennen kann. Unter anderem wird die Zugehörigkeit zur keltischen Welt an der Sprache festgemacht, womit auch heute noch vorhandene Gesellschaften wie zum Beispiel die britischen Waliser oder die Iren als Kelten gelten. Anderes Merkmal wäre die Kunst und das Handwerk, das allerdings im Laufe der Zeit und regional verschiedenste Ausprägungen erfahren hat, so das dies auch kein gemeinsamer Nenner für alle keltischen Bevölkerungen in Raum und Zeit gelten kann.Als ein gemeinsames Merkmal der vorchristlichen Kelten könnte der Glaube genannt werden, doch auch hier differenzieren die Vorstellungen und Ausprägungen von Zeit zu Ort. Wenn wir uns nun auf die vorchristlichen Stämme des festländischen Europas und der westlichen Inseln beziehen können wir allerdings ein paar grobe Einteilungen machen:

Der keltische Glaube Europas war ein Polytheismus, sprich eine Vielgötterei deren Gottheiten teils lokal beschränkt waren (wie zum Beispiel die Göttin Noreia, Landesgöttin des Noricums) und teils überregional verehrt wurden wie zum Beispiel Taranis oder Belenos. Unter Überregionalität versteht man hierbei Entfernungen, die sich über ganze Landstriche oder Teile des Kontinents erstrecken. Einheitliche gesamtkeltische Götterverehrung gab es nie.

Die alten Kelten glaubten an die Existenz einer Seele und an die Seelenwanderung. Die Natur an sich stellten sie sich belebt vor, ein Kennzeichen des Animismus, so stellten sie sich vor, das Flüsse von eigenen Gottheiten beseelt waren, ja das Land selbst wie eine Göttin war, die sie beherbergte, schützte ernährte wie zum Beispiel die irische Göttin Anu. Nach ihr benannt sind das „Dá Chích Anann“ („Brüste der Ana“) genannte Hügelpaar in der Nähe von Killarny in Munster. Die keltische Religion war animistisch geprägt, das heisst, sie lehrt die Beseeltheit der Dinge und Lebewesen. Dadurch spricht sie nicht nur dem Menschen eine Seele zu sondern auch Tieren, Pflanzen, ja sogar den Felsen und dem Wasser, allen belebten und unbelebten Dingen in der Natur. Gleichzeitig war sie auch Pantheistisch geprägt, was bedeutet, das sie das gesamte Universum als göttlich ansahen, allerdings nicht in Form eines omipotenten, omnipresenten Schöpfers sondern eher in Form einer Urkraft, die alles durchfliesst. Das Universum an sich ist nach dieser Auffassung nicht etwas bewusst Geschaffenes sondern etwas Gewachsenes.

 

 

 
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