| Plinius der Ältere über das Schneiden der Mistel |
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| Written by Claudia Jenik | ||||||||
| Sonntag, 28 Januar 2007 | ||||||||
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„Nichts ist den Druiden heiliger als die Mistel und der Baum, auf dem sie wächst, sofern es nur eine Eiche ist. Schon deswegen wählen sie Eichenhaine und vollziehen kein Opfer ohne Eichenlaub. Sie meinen wahrhaftig, dass alles, was auf jenen Bäumen wächst, vom Himmel gesandt und ein Kennzeichen des von der Gottheit selbst erwählten Baumes sei. Eine solche Mistel wird jedoch einigermaßen selten entdeckt und wird, wenn gefunden, mit großer Ehrfurcht aufgesucht, und zwar vor allem am sechsten Tage nach Neumond. Sie bezeichnen die Mistel in ihrer Sprache als „Allheiler“ (gall. möglicherweise *OLLO-IACCOS).
Nachdem man das Opfer und das Festmahl unter dem Baum feierlich vorbereitet hat, führen sie zwei Stiere von weißer Farbe herbei, deren Hörner dann zum ersten Mal bekränzt werden dürfen. Ein Priester in weißem Gewand steigt auf den Baum und schneidet die Mistel mit einer goldenen Sichel ab. In einem weißen Leinentuch wird sie aufgefangen. Dann schlachten sie alsbald die Opfertiere und beten, der Gott möge seine Gabe denen zum Segen gereichen lassen, denen er sie verliehen habe. Sie glauben, dass durch einen Trunk davon jedem unfruchtbaren Lebewesen Fruchtbarkeit verliehen werde und dass es ein Heilmittel gegen alle Gifte sei.“ Plinius "Naturgeschichte" 16 (259-251)
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