• German informal - Du
  • English

Willkommen im Celtoi Net. 

Wir hoffen, das du dich hier wohlfühlst und dich gut zurechtfindest. Wenn du Fragen hast oder Probleme kannst du dich gerne an mich wenden, meine Email-Adresse findest du unter "Kontakt". 

Wir haben auch ein gut frequentiertes Forum und freuen uns über jeden Neuzugang. Schau doch einfach mal rein.

 

Grüße, Bodvos 

 
Home
Die Geis PDF Print
Written by Bodvos   
Freitag, 28 September 2007

Die Geis

geis, Pl. gessa fem. ist ein irisch-gälisches Wort das etymologisch an guidid "er betet" anlehnt, welches wiederum mit gûth "Stimme" verwandt ist.

 

Die Geis hat mehrere Bedeutungen die sich im selben Bereich zuordnen lassen.

negativ   - Religiöses oder gesetzliches Verbot
positiv    - Weisung oder Forderung
magisch  - Zauber, Zaubergesang

Die negative Deutung als Verbot bzw Tabu ist die am häufigsten anzutreffende. Die Geis ist ein komplexes Geflecht von Verboten, Tabus, Pflichten und Geboten die von den Druiden einem Menschen von Anbeginn seines Lebens auferlegt wird, wahrscheinlich im Zusammenhang während des Ablaufs eines "Tauf"-rituals oder der Geburt.

Beispiele:

Cuchulains Tod Der Knabe Setanta tötet den kostbaren Kampfhund des Schmiedes Culann und fällt selbst ein Urteil sich, das er den anwesenden Druiden Cathbad und König Conchobar verkündet, nämlich das er einen vom Wert und Rang mindestens gleichwertigen Hund suchen will und solange wie dieser noch nicht ausgewachsen ist will er die Stelle des getöteten Hundes annehmen. Darauhin "tauft" ihn der Druide Cathbad auf den Namen Cuchulain, wörtlich übersetzt "Hund des Culann" und erlegt ihm eine Geis auf die ihm unter anderem verbietet Hundefleisch zu essen oder einen Hund zu töten. Ausserdem darf er kein Haus verlassen ohne vorher dort gespeist zu haben. Durch den unheilvollen Bruch des Geis durch Verstrickungen verliert Cuchulain erst seine Heldenkraft und dann sein Leben.

König Cormac
war es verboten die Harfe mit dem durchbohrten Kopf von Craiftine zu hören. Es war ihm verboten die Vögel von Mag Da Cheo zu jagen und die Vögel von Loch Lo. Es war ihm verboten eine Frau im Senath-Mor zu treffen. Er durfte keine Tiere auf dem Hügel von Mag Sainb jagen. Er durfte den Shannon nicht trockenen Fusses überqueren.


Die Gessa zu befolgen war ein schwieriges Unterfangen und der Tod manches Menschen wurde oft dem Bruch einer Geis oder mehrerer Geasa zugeschrieben. Bei allen Ge- und Verboten bezogen sich die Gessa allerdings nie auf die Druiden, sondern wurden nur von ihnen ausgesprochen und kamen einem religiösem Gesetz gleich, weil sie standesabhängig einen bestimmten Lebenswandel forderte. Wird es mißachtet zieht dieses sofort Folgen und Komplikationen nach sich. Man kann eine Geis praktisch nur umgehen wenn man sie theoretisch befolgt:

 

Als König Conchobar seiner Pflicht der ersten Nacht (ius primae noctis) bei Emer, Cuchulains Frau nachzukommen hat, umgeht er seine Geis um Cuchulains Zorn nicht zu erregen. Indem er die Nacht mit ihr im Bett verbringt während Fergus und Cathbad zwischen ihnen lagen um Emers Ehre zu wahren und ihre Unangetastetheit waren umgeht er die Geis praktisch indem er sie theoretisch befolgt.

 

Geis waren auch den Galliern bekannt, so war es den obersten Beamten der Hädurer untersagt die eigene Stadt zu verlassen.

 

Die Gessa waren nie zu übertrieben oder extravagant so daß ein Einhalten von vornherein nicht unmöglich war. Die Geis hat aber nichts mit dem fatum dem oft unglücklichen Schicksal der Lateiner zu tun, den die Gessa sind nicht ein unvermeidliches Ereignis sondern lösen Ereignisse bei Übertretung aus. Auch sind die Gessa nicht menschengemacht sondern, da sie von den Druiden kommen, von göttlicher Instanz.



Quellen:
Guyonvarch & LeRoux "Die Druiden"

 
< Prev   Next >