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Die Geis
geis, Pl. gessa fem. ist ein irisch-gälisches Wort das etymologisch an guidid "er betet" anlehnt, welches wiederum mit gûth "Stimme" verwandt ist.
Die Geis hat mehrere Bedeutungen die sich im selben Bereich zuordnen lassen.
negativ - Religiöses oder gesetzliches Verbot
positiv - Weisung oder Forderung
magisch - Zauber, Zaubergesang
Die
negative Deutung als Verbot bzw Tabu ist die am häufigsten
anzutreffende. Die Geis ist ein komplexes Geflecht von Verboten, Tabus,
Pflichten und Geboten die von den Druiden einem Menschen von Anbeginn
seines Lebens auferlegt wird, wahrscheinlich im Zusammenhang während
des Ablaufs eines "Tauf"-rituals oder der Geburt.
Beispiele:
Der
Knabe Setanta tötet den kostbaren Kampfhund des Schmiedes Culann und
fällt selbst ein Urteil sich, das er den anwesenden Druiden Cathbad und
König Conchobar verkündet, nämlich das er einen vom Wert und Rang
mindestens gleichwertigen Hund suchen will und solange wie dieser noch
nicht ausgewachsen ist will er die Stelle des getöteten Hundes
annehmen. Darauhin "tauft" ihn der Druide Cathbad auf den Namen
Cuchulain, wörtlich übersetzt "Hund des Culann" und erlegt ihm eine
Geis auf die ihm unter anderem verbietet Hundefleisch zu essen oder
einen Hund zu töten. Ausserdem darf er kein Haus verlassen ohne vorher
dort gespeist zu haben. Durch den unheilvollen Bruch des Geis durch
Verstrickungen verliert Cuchulain erst seine Heldenkraft und dann sein
Leben.
König Cormac war es verboten die Harfe mit dem
durchbohrten Kopf von Craiftine zu hören. Es war ihm verboten die Vögel
von Mag Da Cheo zu jagen und die Vögel von Loch Lo. Es war ihm verboten
eine Frau im Senath-Mor zu treffen. Er durfte keine Tiere auf dem Hügel
von Mag Sainb jagen. Er durfte den Shannon nicht trockenen Fusses
überqueren.
Die Gessa zu befolgen war ein schwieriges
Unterfangen und der Tod manches Menschen wurde oft dem Bruch einer Geis
oder mehrerer Geasa zugeschrieben. Bei allen Ge- und Verboten bezogen
sich die Gessa allerdings nie auf die Druiden, sondern wurden nur von
ihnen ausgesprochen und kamen einem religiösem Gesetz gleich, weil sie
standesabhängig einen bestimmten Lebenswandel forderte. Wird es
mißachtet zieht dieses sofort Folgen und Komplikationen nach sich. Man
kann eine Geis praktisch nur umgehen wenn man sie theoretisch befolgt:
Als
König Conchobar seiner Pflicht der ersten Nacht (ius primae noctis) bei
Emer, Cuchulains Frau nachzukommen hat, umgeht er seine Geis um
Cuchulains Zorn nicht zu erregen. Indem er die Nacht mit ihr im Bett
verbringt während Fergus und Cathbad zwischen ihnen lagen um Emers Ehre
zu wahren und ihre Unangetastetheit waren umgeht er die Geis praktisch
indem er sie theoretisch befolgt.
Geis waren auch den Galliern bekannt, so war es den obersten Beamten der Hädurer untersagt die eigene Stadt zu verlassen.
Die Gessa waren nie zu
übertrieben oder extravagant so daß ein Einhalten von vornherein nicht
unmöglich war. Die Geis hat aber nichts mit dem fatum dem oft
unglücklichen Schicksal der Lateiner zu tun, den die Gessa sind nicht
ein unvermeidliches Ereignis sondern lösen Ereignisse bei Übertretung
aus. Auch sind die Gessa nicht menschengemacht sondern, da sie von den
Druiden kommen, von göttlicher Instanz.
Quellen:
Guyonvarch & LeRoux "Die Druiden"
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