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Heil und Heilig

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Heilig (lat. sacer), daher in wissenschaftlicher Literatur und im Duden[1] als sakral benannt, bezeichnet etwas Besonderes, Verehrungswürdiges und stammt wortgeschichtlich von Heil ab, was sich abgeschwächt noch in heil („ganz“) wiederfindet (vgl. englisch holy, „heilig“ – von whole)

Quelle: Wikipedia

mittelhochdeutsch, althochdeutsch heil = gesund; unversehrt, gerettet, ursprünglich wohl Wort des kultischen Bereichs

Quelle: Duden

 

Das Heil war in vorchristlichen Zeiten (und in christlichen auch) ein unabdingbares Attribut der Herrschaft. Das Königsheil beschreibt die Eigenschaft des Königs bzw der Königin ganz und unversehrt und eins mit dem Land zu sein. Die Interessen der Herrschaft sind die Interessen des Landes und umgekehrt (siehe dazu auch Sakralkönigtum). Fehlt dem König das Heil durch Versagen, zugefügtes Leid oder Schicksal geht die Herrschaft fehl und es fehlt ihr an Heil, Gesamtheit.

In diesem Sinne bezeichnet das entsprechende Attribut heilig etwas oder jemanden der in sich komplett und ganz ist und in dem alles so ineinandergreift, alles so angeordnet ist, das es in seinem ihm eigenen Sinne in Harmonie ist bzw für sich funktioniert. ein heiliger Ort wäre gemäß dieser Entsprechung ein Ort, der für sich ganz und unversehrt ist. Das gleiche gilt für Dinge, Lebewesen, Gedanken.

Man muss dabei berücksichtigen das zum Beispiel ein Gegenstand für den von aussen Betrachtenden nicht augenscheinlich heilig sein muss, wenn dieser Betrachter dem Gegenstand einen Zweck zudenkt oder eine Bestimmung, die nicht mit dem übereinstimmt was dieser Gegenstand für sich als Gesamtheit beansprucht. Die Dinge sind in sich heilig oder nicht, unabhängig von einem äusseren Betrachter und seinen entsprechenden Bewertungen und Verständnis.

Wenn wir uns jetzt in Gedanken von heiligen Gegenständen jedweder Coleur, Kultpersonen, Heiligen und Propheten wegbewegen und diese Gedanken auf eine Wildniss wie zum Beispiel die Sequoia-Wälder Kaliforniens bezieht sieht man, das diese für die Menschen nur dann "funktionieren" wenn dieser ihnen Unheil antut (was im erschreckenden Ausmass geschehen ist) und sie in ihrem heiligen, unversehrten Zustand dem Menschen keinen Zweck erfüllen ausser das man sich wie John Muir in diese Heiligkeit als Beobachter oder als Teil des Ganzen einfügt.

Meiner Meinung nach sind um die Begriffe "Heil" und "heilig" noch viele Diskussionen zu führen und Gedanken zu spinnen. Weg von den autoritären Systemen die vorschreiben was wann heilig ist und wer einem Ding Heil geben kann und wer nicht. Das sind reine Fragen von Machtausübung, von Herrschaft und Knechtschaft mit dem Heil als Instrument Willen zu formulieren was mit dem eigentlich Sinn des Wortes nicht mehr viel gemein hat (siehe auch Ernennung der Kaiser im mittelalterlichen Europa durch den Papst und Luthers Reformation).

Published on  16.07.2018